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Was ist ein NH-Sicherungslasttrenner? Aufbau, Funktionen und Einsatzbereiche von Siemens

Einleitung

In der industriellen Energieverteilung ist maximale Betriebssicherheit Pflicht. Ein zentrales Element für Schutz und Wartungsfreundlichkeit ist der NH-Sicherungslasttrenner. Speziell Siemens NH-Sicherungslasttrenner verbinden die Schutzwirkung eines NH-Sicherungseinsatzes mit der Möglichkeit, Stromkreise unter Last sicher zu trennen. Dieser Beitrag erklärt, was ein NH-Sicherungslasttrenner ist, wie der Aufbau aussieht, welche Funktionen und Normen gelten und in welchen Einsatzbereichen die Geräte von Siemens in der Praxis überzeugen. Zusätzlich erhalten Sie konkrete Hinweise für die Beschaffung & Kostenoptimierung im industriellen Einkauf.

Was ist ein NH-Sicherungslasttrenner?

Ein NH-Sicherungslasttrenner ist ein Schaltgerät für das NH-System (Niederspannungs-Hochleistungssicherungen), das zwei Funktionen kombiniert: Er nimmt NH-Sicherungseinsätze (z. B. gG oder aM) auf und erlaubt das Schalten bzw. Trennen unter Last. Das unterscheidet ihn vom reinen Sicherungshalter. In der Praxis bedeutet das: definierte Freischaltung von Abgängen, selektiver Schutz und sichere Wartung – ohne die komplette Anlage stillzulegen.

Aufbau eines Siemens NH-Sicherungslasttrenners

Der Aufbau ist für hohe Dauerströme, Kurzschlussbeanspruchungen und eine sichere, intuitive Bedienung optimiert. Typische Merkmale:

1) Gehäuse & Berührungsschutz

  • Robustes, kompaktes Gehäuse mit Abdeckungen und Fingerschutz für sicheres Handling.
  • Deutliche Schaltstellungsanzeige (ein/aus) und ergonomische Griff-/Hebelmechanik.
  • Optionale Verriegelungen in „Aus“-Stellung (z. B. für Lockout/Tagout-Prozesse).

2) Kontakttechnik & Klemmen

  • Leistungsfähige Kontaktarme für niedrige Übergangswiderstände und thermische Stabilität.
  • Schraub- bzw. Rahmenklemmen passend zu Leiterquerschnitten und Sammelschienenadaptern.
  • Varianten für Leitungsabgang oben oder unten zur flexiblen Schaltschrankintegration.

3) Schnittstelle zum NH-Sicherungseinsatz

  • Aufnahme gängiger Baugrößen NH000 bis NH3 – je nach Strombereich und Applikation.
  • Unterstützte Betriebsklassen: gG (Allgemeinschutz) und aM (Motor-Kurzschlussschutz).

4) Zubehör, Anzeige & Signalisierung

  • Hilfskontakte/Mikroschalter zur Fernsignalisierung von Schaltstellungen.
  • Kennmelder/Sichtfenster zur schnellen Zustandskontrolle des Sicherungseinsatzes.
  • Kompatible Abdeckungen, Sammelschienenadapter und Montagekits für unterschiedliche Einbausituationen.

Funktionen im Überblick

Schutzfunktion durch NH-Sicherung

Der eingesetzte NH-Sicherungseinsatz übernimmt den Überstrom- und Kurzschlussschutz. In Abhängigkeit von Leitung, Verbraucher und Netzform wählen Sie den passenden Bemessungsstrom und die geeignete Charakteristik (gG/aM).

Lasttrennung unter Betriebsbedingungen

Durch den lastschaltfähigen Mechanismus können Abgänge unter Last sicher getrennt werden. Vorteil: Wartung, Umbauten oder Erweiterungen erfolgen mit minimierten Stillstandszeiten und hohem Personenschutz.

Selektivität & Anlagenverfügbarkeit

Richtig ausgelegte NH-Sicherungen ermöglichen eine selektive Abschaltung nur des betroffenen Abgangs. Die übrige Anlage bleibt in Betrieb – ein wesentlicher Beitrag zu Produktivität und Verfügbarkeit.

Überwachung & Fernmeldung

Mithilfe von Hilfskontakten und Anzeigern lassen sich Schaltzustände in Leitsysteme integrieren. Das unterstützt Zustandsvisualisierung, Störmeldungen und vorausschauende Instandhaltung.

Gängige Einsatzbereiche

  • Haupt- und Unterverteilungen: Selektiver Abgangsschutz in Produktions-, Logistik- oder Infrastrukturgebäuden.
  • Schaltschrank- und Maschinenbau: Schutz und Trennung von Leitungen, Motorabgängen (aM) und Sammelschienenabzweigen.
  • Infrastruktur & Energie: Rechenzentren, Wasser/Abwasser, Verkehr, Chemie – überall, wo hohe Verfügbarkeit zählt.
  • Retrofit & Erweiterungen: Normgerechte Nachrüstung der Lasttrennfunktion in Bestandsanlagen.

Normen & Kennwerte (Überblick)

Für Auswahl und Einsatz sind folgende Normen und Kenngrößen relevant:

  • DIN EN/IEC 60947-3: Anforderungen an Trenn- und Lasttrennschalter.
  • DIN EN/IEC 60269 (Teile-Reihe): Niederspannungs-Sicherungen, NH-Sicherungseinsätze.
  • Bemessungswerte: Bemessungsstrom (In), Bemessungsbetriebsspannung (Ue), Bemessungsisolationsspannung (Ui).
  • Kurzschlussfestigkeit: bedingter Kurzschlussstrom/Schaltvermögen entsprechend der Applikation.
  • Umgebung: Temperaturbereich, Feuchte, Verschmutzungsgrad, Montageart und Lüftung.

Auswahlkriterien: So finden Sie den passenden Siemens NH-Sicherungslasttrenner

1) Baugröße & Bemessungsdaten

  • Baugrößen: NH000, NH00, NH0, NH1, NH2, NH3 – passend zu Leitung, Strom und Platzbedarf.
  • Spannung: typischerweise 400/500/690 V AC – Freigaben für Ihre Netzform prüfen.
  • Charakteristik: gG (Allgemeinschutz) oder aM (Motor-Kurzschlussschutz) je nach Verbraucher.

2) Montage & Integration

  • Sammelschiene vs. Montageplatte: Mittenabstände, Adapter, Befestigungspunkte beachten.
  • Leitungsabgang oben/unten: Kabelführung, Platzverhältnisse, thermisches Konzept berücksichtigen.
  • Servicezugang: Ausreichend Platz für Bedienung, Prüfen, Tausch der Einsätze.

3) Anschluss & Leitertechnik

  • Schraub- oder Rahmenklemmen: für zulässige Leiterquerschnitte freigegeben.
  • Vorgegebene Anzugsmomente einhalten; regelmäßige Kontrolle im Wartungsintervall einplanen.

4) Überwachung & Sicherheit

  • Hilfskontakte/Mikroschalter für Fernsignalisierung vorsehen.
  • Abdeckungen, Kennmelder und ggf. Verriegelungen in die Spezifikation aufnehmen.

Dimensionierung & Selektivität – kurze Praxisanleitung

  1. Last ermitteln: Dauerstrom, Einschalt-/Anlaufströme, Betriebsart, Umgebung.
  2. Sicherung wählen: Bemessungsstrom und Charakteristik (gG/aM) passend zu Leitung und Verbraucher.
  3. Selektivität prüfen: Koordination zu vorgeschalteten Schutzorganen (NH, Leistungsschalter) sicherstellen.
  4. Erwärmung berücksichtigen: Baugröße, Wärmeabfuhr und Luft-/Kriechstrecken einhalten.
  5. Dokumentation: Schaltplan, Stückliste, Drehmomente, Prüfprotokolle nachvollziehbar festhalten.

Installation, Prüfung & Betrieb – Best Practices

  • Montage gemäß Herstellerangaben: Einbaulage, Befestigung, Abdeckungen, Freiräume beachten.
  • Leiteranschlüsse: Leiter vorbereiten, Kontaktflächen sauber halten, Anzugsmomente einhalten.
  • Inbetriebnahme: Sichtprüfung, Isolationsmessung, Funktions-/Schaltspieltest; Ergebnisse dokumentieren.
  • Wartung: Periodisch auf Erwärmung/Verfärbung, lockere Klemmen und Alterung der Einsätze prüfen.
  • Sicherheit: Freischalt- und Verriegelungsprozesse (z. B. LOTO) konsequent umsetzen.

Typische Anwendungsszenarien

Abgangsschutz in Hauptverteilungen

Mehrere Abgänge werden selektiv über NH-Sicherungslasttrenner geführt. Bei Störungen schaltet nur der betroffene Strang ab; die restliche Anlage bleibt am Netz – ideal für produktionskritische Bereiche.

Motorabgänge mit aM-Einsätzen

In Kombination mit Motorschutzrelais/Leistungsschaltern übernimmt der NH-Sicherungslasttrenner den Kurzschlussschutz. Der thermische Schutz erfolgt separat – so bleiben Antriebe robust und wartungsfreundlich.

Retrofit von Bestandsanlagen

Bei Modernisierungen ermöglicht der Lasttrenner die normkonforme Lasttrennung einzelner Abgänge, ohne die gesamte Anlage abzuschalten. Das reduziert Stillstandskosten und erhöht die Arbeitssicherheit.

Beschaffung & Kosten: Siemens NH-Sicherungslasttrenner effizient einkaufen

1) Standardisierung statt Variantenvielfalt

Reduzieren Sie bewusst die Zahl der Baugrößen und Charakteristiken. Eine Marken- und Typenstandardisierung senkt Lagerkosten, vereinfacht die Ersatzteilhaltung und beschleunigt die Montage.

2) Technische Ausschreibung präzisieren

  • Marke/Serie: Siemens NH-Sicherungslasttrenner (Baugröße NH000…NH3).
  • Bemessungsdaten: In, Ue/Ui, Schaltvermögen, bedingter Kurzschlussstrom.
  • Montage: Sammelschiene oder Montageplatte, Mittenabstand, Leitungsabgang oben/unten.
  • Anschluss: Klemmenart, zulässige Leiterquerschnitte, geforderte Anzugsmomente.
  • Zubehör/Signale: Hilfskontakte, Kennmelder, Abdeckungen, Verriegelungen.
  • Beschaffung: Lieferzeit, Staffelpreise, Mindestmengen, Rahmenvertrag, Service/Ersatzteile.

3) Total Cost of Ownership (TCO) beachten

Neben dem Stückpreis zählen Montagezeit, Logistik, Stillstandsrisiken und Wartungsaufwand. Durch Standardisierung auf Siemens-Geräte profitieren Sie von Skaleneffekten in Schulung, Ersatzteilmanagement und Instandhaltung.

4) Rahmenverträge & Staffelpreise

Planbare Bedarfe aus Projekten und Ersatzteilzyklen eignen sich für Rahmenvereinbarungen mit festen Konditionen. Das stabilisiert Einkaufspreise und verkürzt die Beschaffungszeiten.

SEO-Leitfaden: Relevante Keywords & Suchintention

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  • Semantisch verwandt: NH-Sicherungseinsatz, Sammelschienen-Abgang, Motorabgang aM, Lockout/Tagout, Kurzschlussfestigkeit, Bemessungsstrom.

FAQ: Häufige Fragen

Worin liegt der Unterschied zwischen Sicherungshalter und Sicherungslasttrenner?

Der Lasttrenner ist für das Schalten unter Last ausgelegt und bietet definierte Trennstellen sowie erweiterte Sicherheitsfunktionen. Ein reiner Halter dient primär der Aufnahme des Sicherungseinsatzes.

Welche Charakteristik ist richtig – gG oder aM?

gG eignet sich für den allgemeinen Leitungs-/Anlagenschutz. aM kommt in Motorabgängen zum Einsatz und deckt vorrangig den Kurzschlussfall ab; der thermische Schutz erfolgt zusätzlich.

Welche Baugröße benötige ich?

Abhängig von Bemessungsstrom, Querschnitt, Erwärmung und Einbauumgebung. Baugrößen NH000 bis NH3 decken unterschiedliche Strombereiche ab.

Kann ich Schaltzustände fernmelden?

Ja. Über Hilfskontakte lassen sich Schaltstellungen in die Leittechnik integrieren – hilfreich für Visualisierung, Meldungen und Instandhaltung.

Fazit

Siemens NH-Sicherungslasttrenner kombinieren Schutz, Lasttrennung und Bedienkomfort in einem Gerät. Für Planung, Schaltschrankbau und Betrieb liefern sie eine normgerechte, flexible und wirtschaftliche Lösung – von der Hauptverteilung bis zum Maschinenabgang. Wer Auswahl, Selektivität und Beschaffung systematisch angeht, reduziert Risiken, erhöht die Anlagenverfügbarkeit und optimiert die Gesamtkosten über den Lebenszyklus.


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