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FI/LS-Kombination im Vergleich: Varianten, Auslösecharakteristiken & Einsatz von Hager

Einleitung

Die **FI/LS-Kombination** – auch als RCBO bezeichnet – vereint Fehlerstromschutz und Leitungsschutz in einem Bauelement. Für elektrotechnische Anlagen, insbesondere im Industrie- und Gewerbebereich, bringt sie Effizienz und Sicherheit. Mit Geräten von **Hager** lassen sich kompakte Installationen realisieren, doch es gilt, Varianten, Auslöseverhalten und Integrationsfragen zu verstehen. In diesem Vergleichsartikel zeigen wir Ihnen typische Varianten, erklären Auslösecharakteristiken detailliert und geben Tipps für den **Einsatz von Hager FI/LS-Kombinationen** in Ihrer Anlage.

Grundlagen: FI/LS-Kombination – was steckt dahinter?

Ein FI/LS-Kombigerät (Fehlerstrom-Leitungsschutzschalter) führt zwei Funktionen in einem Modul zusammen:

  • Fehlerstromschutz (RCD/Fi-Funktion): erkennt unerwünschte Ströme gegen Erde und löst bei Überschreitung des Bemessungsfehlerstroms (IΔn) aus.
  • Leitungsschutz (LS-Funktion): schützt vor Überlast und Kurzschluss durch Auslösen entsprechend einer charakteristischen Kennlinie (z. B. B, C, D).

Der Vorteil liegt in Platzersparnis, reduzierter Verdrahtung und klarer Abschaltung nur des betroffenen Stromkreises.

Hager bietet eine breite Palette solcher FI/LS-Schalter mit modernen Anschlussvarianten wie QuickConnect bzw. Bi-Connect für flexiblere Montage. [oai_citation:0‡Hager](https://hager.com/de/loesungen/energieverteilung/fehlerstrom-leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Arten und Varianten von FI/LS-Kombinationen

Je nach Einsatzfall unterscheiden sich FI/LS-Kombinationen in mehreren Merkmalen. Für Ihre Auswahl und den Vergleich sind besonders folgende Varianten relevant:

Fehlerstromtypen: Typ A, F, B / B+

Der Fehlerstromtyp definiert, welche Art von Fehlerströmen erkannt wird:

  • Typ A: erkennt Wechselstrom-Fehler und pulsierende Gleichströme – häufig ausreichend in klassischen Installationen.
  • Typ F: erweitert die Erkennung auf Mischfrequenzanteile (z. B. bei Frequenzumrichtern), ideal bei moderner Elektronik.
  • Typ B / B+: allstromsensitiv – erkennt glatte Gleichfehlerströme plus höhere Frequenzanteile, wichtig bei PV, Inverteranwendungen oder elektrischer Antriebstechnik.

Für industrielle Anwendungen mit Umrichtern oder moderner Steuerungselektronik sind Typ F oder Typ B oft geeigneter.

Auslösecharakteristiken / Kennlinien (B, C, D, K, Z u. a.)

Der LS-Teil eines FI/LS reagiert nach einer Charakteristik, welche das Auslöseverhalten bei Überstrom definiert:

  • Typ B: empfindliche Variante, geeignet für ohmsche Lasten (Beleuchtung, einfache Verbraucher).
  • Typ C: Standardcharakteristik, verträgt moderate Einschaltströme – häufig eingesetzt.
  • Typ D: träge Charakteristik, z. B. bei großen Einschaltströmen (Motoren, Transformatoren).
  • Weitere Spezialcharakteristiken wie K oder Z werden bei spezifischen Anforderungen verwendet (z. B. empfindliche Elektronik).

Die passende Kombination von Fehlerstromtyp und Auslösekennlinie ist entscheidend für störungsfreie Funktion und Selektivität.

Pol- & Modulvarianten

FI/LS-Kombigeräte sind in Konfigurationen wie 1P+N, 2P, 3P+N oder 4P erhältlich. Die Modulbreite (z. B. in TE oder mm) ist wichtig für die Planung des Platzbedarfs im Verteilerschrank.

Selektivitätsoptionen und zeitverzögerte Varianten

In Systemen mit übergeordneten Schutzgeräten ist Selektivität entscheidend: Bei einem Fehler soll nur der betroffene Stromkreis abschalten, nicht das gesamte System. Daher bieten Hersteller (auch Hager) RCBOs mit abgestuften Auslösezeiten oder abgestimmtem Verhalten an, um Kaskadenauslösungen zu vermeiden.

Vergleichskriterien: Worauf Sie bei FI/LS-Kombinationen achten sollten

Ein fundierter Vergleich verschiedener FI/LS-Kombinationen (von Hager und anderen Herstellern) sollte folgende Kriterien beleuchten:

  • Erkennungsfähigkeit verschiedener Fehlerstromtypen (Typ A, F, B / B+)
  • Ausschaltvermögen / Kurzschlussfestigkeit (Icn, Icu)
  • Wärmeverlust und Leistungsverlust – je enger der Einbau, desto wichtiger
  • Selektivität und Abstimmfähigkeit mit vorgeschalteten Schutzgeräten
  • Kompaktheit / Modulbreite kontra Funktionalität
  • Anschlusstechnik & Montagekomfort, z. B. QuickConnect / Bi-Connect bei Hager [oai_citation:1‡Hager](https://hager.com/de/katalog/reiheneinbaugeraete/schutzeinrichtungen-und-zubehoer/fehler-strom-lei-tungs-schutz-schalter-fi-ls-rcbo?utm_source=chatgpt.com)
  • Zulassung, Normen und Zertifikate
  • Zusatzfunktionen / Monitoring / Signalisation

Einsatz von Hager FI/LS-Kombinationen: Vorteile und Integrationstipps

Hager bietet eine durchdachte Produktpalette von FI/LS-Schaltern mit Merkmalen, die sich vorteilhaft in moderne Verteilsysteme integrieren lassen. [oai_citation:2‡Hager](https://hager.com/de/loesungen/energieverteilung/fehlerstrom-leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Montagekomfort & Anschlussvarianten

Hager verwendet Technologien wie QuickConnect bzw. Bi-Connect, wodurch sich Geräte schneller und einfacher anschließen lassen. [oai_citation:3‡Hager](https://hager.com/de/katalog/reiheneinbaugeraete/schutzeinrichtungen-und-zubehoer/fehler-strom-lei-tungs-schutz-schalter-fi-ls-rcbo?utm_source=chatgpt.com) Das erleichtert insbesondere Modulmontage und Installationszeiteinsparung.

Modulkompaktheit & Platzoptimierung

Hager-FI/LS-Geräte sind auf platzsparende Montage ausgelegt. So lassen sich mehrere Stromkreise in kompakten Verteilersystemen absichern, ohne überdimensionierte Schaltschränke zu benötigen. [oai_citation:4‡Hager](https://hager.com/de/loesungen/energieverteilung/fehlerstrom-leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Weitere praktische Eigenschaften

  • Gute Übersicht durch klare Phasen- und Neutralführung bei Hager-Modulen [oai_citation:5‡Hager](https://hager.com/de/loesungen/energieverteilung/fehlerstrom-leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)
  • Einfache Erweiterbarkeit durch modulare Bauweise und Reserveplätze
  • Kompatibilität mit FI/LS-Modulen von Hager in verschiedenen Polzahlen und Charakteristiken [oai_citation:6‡Hager](https://hager.com/de/loesungen/energieverteilung/fehlerstrom-leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Beispielgerät & typische technische Werte

Ein Beispiel aus dem Hager-Programm: Hager FI/LS Kombi B 13 A, 30 mA, Typ A (z. B. Typ ADA963C) mit 6 kA Bemessungsabschaltvermögen, 1 TE Breite. [oai_citation:7‡elektro-zollinger.ch](https://elektro-zollinger.ch/Shop/Kombi-FILS-Hager-B-13A-30mA-EADA963C?utm_source=chatgpt.com) Dieser kombinierte FI/LS-Schalter ist mit Magnetauslösung 3–5×In ausgelegt und lässt sich in modulare Verteilsysteme integrieren. [oai_citation:8‡elektro-zollinger.ch](https://elektro-zollinger.ch/Shop/Kombi-FILS-Hager-B-13A-30mA-EADA963C?utm_source=chatgpt.com)

Vergleichstabellen: Varianten gegenüberstellen

Im Folgenden sehen Sie eine Beispielübersicht, wie Varianten sich unterscheiden können:

Merkmal Typ A / Standard Typ F / Typ B+ Hager Beispiel
Fehlerstromerkennung Wechselstrom + pulsierende Gleichströme auch Mischfrequenzen, glatte Gleichströme Hager ADx / ADA-Reihe mit Typ A oder Typ F Varianten [oai_citation:9‡Hager](https://hager.com/de/loesungen/energieverteilung/fehlerstrom-leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)
Auslösecharakteristik B, C üblich C, D bei hoher Belastung B-Typ bei Hager ADA516D z. B. 16 A, 30 mA [oai_citation:10‡Bauhaus](https://www.bauhaus.info/sicherungsautomaten/hager-fils-schalter-ada516d/p/30805008?utm_source=chatgpt.com)
Ausschaltvermögen 6 kA oft ausreichend 10 kA+ möglich bei anspruchsvolleren Anlagen Hager FI/LS-Kombis häufig mit 6 kA Bemessungsabschaltvermögen [oai_citation:11‡elektro-zollinger.ch](https://elektro-zollinger.ch/Shop/Kombi-FILS-Hager-B-13A-30mA-EADA963C?utm_source=chatgpt.com)
Modulbreite / Baugröße schmale Varianten ggf. breitere Varianten durch Zusatzfunktionen Hager Module meist kompakt für enge Räume [oai_citation:12‡Hager](https://hager.com/de/katalog/reiheneinbaugeraete/schutzeinrichtungen-und-zubehoer/fehler-strom-lei-tungs-schutz-schalter-fi-ls-rcbo?utm_source=chatgpt.com)

Praxisleitfaden: So wählen Sie die passende FI/LS-Kombination

  1. Ermitteln Sie Ihre Verbraucher: Dauerstrom, Einschaltströme, Stromarten.
  2. Beurteilen Sie, ob typische oder moderne Lasten (z. B. regelbare Antriebe) vorliegen und welchen Fehlerstromtyp Sie benötigen.
  3. Wählen Sie Auslösecharakteristik passend zur Last – mit Reserve bei starken Einschaltströmen.
  4. Berechnen Sie das erforderliche Kurzschluss- bzw. Ausschaltvermögen am Einbauort.
  5. Planen Sie Modulplatz, Wärmeabführung und Montagebedingungen (z. B. in Rittal oder modularen Systemen).
  6. Nutzen Sie komfortable Anschlussvarianten wie QuickConnect / Bi-Connect (bei Hager verfügbar) zur Rationalisierung.
  7. Führen Sie nach Montage eine Testprüfung (Isolationsmessung, Auslösung etc.) durch.
  8. Planen Sie Wartungs- oder Testintervalle und dokumentieren Sie alles.

 

Fazit

Der Einsatz einer **FI/LS-Kombination** ist eine moderne, platzsparende und sichere Möglichkeit, Schutzfunktionen in industriellen Anlagen zu realisieren. Doch nicht jede Variante ist gleich – es kommt auf Fehlerstromtyp, Auslösekennlinie, Modulgröße, Anschlussarten und Selektivität an. Besonders bei Geräten von **Hager** profitieren Sie von durchdachten Anschlussmechanismen und modularer Bauweise. Wenn Sie sorgfältig vergleichen und die passende Variante auswählen, gelingt eine zuverlässige, wartungsfreundliche und effiziente Installation.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Auswahl oder Integration einer FI/LS-Kombination von Hager? Wir beraten Sie gern kompetent und herstellerneutral.

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