Einführung: Warum FI/LS-Kombinationen richtig verdrahtet und geprüft werden müssen
Die FI/LS-Kombination – auch bekannt als RCBO – vereint den Schutz vor Fehlerströmen (FI-Schutzschalter) und vor Überlast/Kurzschluss (Leitungsschutzschalter). Damit stellt sie eine besonders effiziente und platzsparende Lösung in modernen Elektroinstallationen dar. In diesem Beitrag erhalten Sie einen Schritt-für-Schritt-Guide von Rittal, wie Sie eine FI/LS-Kombination richtig verdrahten und prüfen, um normgerechte Sicherheit zu gewährleisten.
Vorteile der FI/LS-Kombination von Rittal
- Kompakte Bauweise: Ein Gerät ersetzt zwei Schutzeinrichtungen.
- Effizienz: Weniger Verdrahtung und Platzbedarf im Verteiler.
- Hohe Sicherheit: Schutz vor Stromschlag, Brand und Leitungsschäden.
- Normkonformität: Erfüllt VDE-, EN- und IEC-Anforderungen.
- Flexibler Einsatz: Wohnbau, Gewerbe und Industrie.
Vorbereitung: Was Sie vor der Verdrahtung beachten müssen
Bevor Sie eine FI/LS-Kombination von Rittal verdrahten, sollten Sie einige grundlegende Punkte prüfen:
- Spannungsfreiheit der Anlage sicherstellen (VDE 0105 beachten).
- Leitungsquerschnitte und Absicherung gemäß Lastprofil auswählen.
- Netzsystem analysieren (TN-, TT- oder IT-Netz).
- FI/LS-Kombination auf passende Charakteristik (B, C, D) prüfen.
Schritt-für-Schritt: FI/LS-Kombination richtig verdrahten
- Einbauposition festlegen: FI/LS-Kombination senkrecht auf der Hutschiene im Verteiler montieren.
- Zuleitung anschließen: Phase(n) und Neutralleiter oben anschließen (Herstellerangaben beachten).
- Ableitungen anschließen: Abgehende Leiter für den geschützten Stromkreis unten klemmen.
- Neutralleiterführung: Neutralleiter des Stromkreises über die FI/LS-Kombination führen, nicht direkt auf die N-Schiene.
- Erdung: PE-Leiter direkt auf die Schutzleiter-Schiene anschließen.
- Verdrahtung prüfen: Alle Schraub- und Federzugklemmen auf festen Sitz kontrollieren.
Prüfung nach der Verdrahtung
Nach der Installation muss die FI/LS-Kombination geprüft werden, um normgerechten Schutz sicherzustellen:
- Sichtprüfung: Kontrolle der Verdrahtung auf richtige Zuordnung von L, N und PE.
- Funktionsprüfung: Betätigen der Testtaste am Gerät – die FI/LS-Kombination muss auslösen.
- Messung des Auslösestroms: Überprüfen, ob der Auslösestrom (z. B. 30 mA) eingehalten wird.
- Auslösezeit messen: Mit einem geeigneten Prüfgerät die Auslösezeit dokumentieren (muss den VDE-Normen entsprechen).
- Selektivität prüfen: Sicherstellen, dass vorgeschaltete Schutzeinrichtungen abgestuft reagieren.
Wichtige Normen und Vorschriften
Für den Einsatz und die Prüfung von FI/LS-Kombinationen gelten unter anderem folgende Normen:
- VDE 0100-410: Schutz gegen elektrischen Schlag.
- VDE 0100-530: Auswahl und Errichtung von Schutzeinrichtungen.
- VDE 0105-100: Betrieb von elektrischen Anlagen.
- EN/IEC 61009: Internationale Produktnorm für FI/LS-Kombinationen.
Checkliste: FI/LS-Kombination von Rittal verdrahten & prüfen
- Netzsystem analysieren und passende FI/LS-Kombination wählen.
- Leitungsquerschnitt und Bemessungsstrom abstimmen.
- Einbau und Verdrahtung normgerecht durchführen.
- Funktionsprüfung und Auslöseprüfung dokumentieren.
- Selektivität mit vorgeschalteten Schutzschaltern sicherstellen.
Fazit: Schritt-für-Schritt zur sicheren Installation
Die richtige Verdrahtung und Prüfung einer FI/LS-Kombination von Rittal stellt sicher, dass Personen, Anlagen und Gebäude zuverlässig geschützt sind. Mit der hier beschriebenen Vorgehensweise setzen Sie auf praxisorientierte Sicherheit, die den Normen entspricht und langfristig einen störungsfreien Betrieb gewährleistet.