Einführung: FI-Schutzschalter in Industrieanlagen
FI-Schutzschalter, auch bekannt als RCD (Residual Current Device), sind unverzichtbare Schutzeinrichtungen in elektrischen Anlagen. Sie schützen Menschen zuverlässig vor Stromschlägen und verhindern elektrische Brände. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu typischen Installations- oder Anwendungsfehlern. In diesem Beitrag erfahren Sie die 7 häufigsten Fehler bei FI-Schutzschaltern (RCD) von Siemens – und wie Sie diese vermeiden.
Fehler 1: Falsche Auswahl des FI-Schutzschalter-Typs
Viele Installateure setzen noch auf Standardtypen, die für moderne Verbraucher nicht mehr ausreichen. Während Typ AC nur sinusförmige Wechselströme erkennt, benötigen viele Anwendungen weiterentwickelte FI-Schutzschalter.
- Typ A: Für Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme
- Typ F: Für einphasige Frequenzumrichter und moderne Antriebe
- Typ B: Für Photovoltaik, Ladeinfrastruktur oder Frequenzumrichter
Vermeidung: Analysieren Sie die angeschlossenen Verbraucher und wählen Sie den passenden Siemens FI-Schutzschalter für Ihre Anwendung.
Fehler 2: Keine Berücksichtigung der Selektivität
Werden mehrere FI-Schutzschalter ohne abgestufte Selektivität eingesetzt, kann bereits ein kleiner Fehlerstrom zum Abschalten der gesamten Anlage führen.
Vermeidung: Setzen Sie selektive FI-Schutzschalter (Typ S) in Hauptverteilungen ein und ergänzen Sie diese mit Standard-RCDs in Unterverteilungen.
Fehler 3: Falsch angeschlossene Neutralleiter
Ein klassischer Installationsfehler ist die Verbindung von Neutralleitern mehrerer Stromkreise. Dies führt fast immer zu unerklärlichen Fehlauslösungen.
Vermeidung: Achten Sie auf eine saubere Verdrahtung und trennen Sie Neutralleiter strikt voneinander – insbesondere in Siemens-Verteilersystemen.
Fehler 4: Unzureichende Dimensionierung
Ein zu niedrig gewählter Bemessungsstrom führt zu Überlastungen. Ein zu hoher Bemessungsfehlerstrom wiederum kann den Personenschutz gefährden.
Vermeidung: Dimensionieren Sie korrekt: 30 mA für Personenschutz, 100–300 mA für Brandschutz. Siemens bietet hierfür ein breites Sortiment abgestufter FI-Schutzschalter.
Fehler 5: Fehlende Prüfung nach der Installation
Viele FI-Schutzschalter werden eingebaut, aber nicht umfassend geprüft. Das Risiko: Im Ernstfall löst der Schalter nicht zuverlässig aus.
Vermeidung: Prüfen Sie den FI-Schutzschalter sowohl mit der Testtaste als auch mit einem normgerechten Prüfgerät. Dokumentieren Sie die Ergebnisse sorgfältig.
Fehler 6: Vernachlässigte regelmäßige Wartung
Selbst hochwertige Siemens FI-Schutzschalter benötigen regelmäßige Prüfungen. Staub, Temperaturschwankungen oder Alterung können die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Vermeidung: Führen Sie monatliche Tests mit der Prüftaste durch und lassen Sie jährlich Fachprüfungen mit Messgeräten durchführen.
Fehler 7: Unsachgemäße Verdrahtung im Schaltschrank
Unübersichtliches Kabelmanagement, lose Klemmen oder vertauschte Anschlüsse gehören zu den häufigsten Ursachen für Probleme.
Vermeidung: Achten Sie auf eine strukturierte Verdrahtung im Siemens-Schaltschrank, korrektes Kabelmanagement und die Einhaltung der Herstellerangaben.
Weitere Tipps für die Praxis
- Nutzen Sie ausschließlich FI-Schutzschalter namhafter Hersteller wie Siemens.
- Planen Sie Selektivität und Schutzkonzepte bereits in der Projektierung.
- Schulen Sie Elektrofachkräfte regelmäßig in normgerechter Installation und Prüfung.
- Dokumentieren Sie alle Tests und Prüfungen vollständig.
Fazit: Fehler vermeiden – Sicherheit gewinnen
Die 7 häufigsten Fehler bei FI-Schutzschaltern (RCD) von Siemens lassen sich mit sorgfältiger Planung, fachgerechter Installation und regelmäßiger Prüfung vermeiden. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anlagen nicht nur den geltenden Normen entsprechen, sondern auch langfristig sicher und zuverlässig betrieben werden können.