Einleitung
In industriellen Schaltanlagen nehmen NH-Sicherungseinsätze eine zentrale Rolle ein. Ob im Maschinenbau, in Energieverteilschränken oder in kompletten Gebäudetechnikanlagen – die Auswahl der richtigen Sicherungseinheit beeinflusst Sicherheit, Wartungsaufwand und Lebensdauer der Anlage. In diesem Beitrag betrachten Sie die wichtigsten Varianten von NH-Sicherungen, ihre Auslösecharakteristiken und speziell den Einsatz innerhalb von Systemen der Marke Rittal. Ziel ist es, Ihnen als Betreiber, Planer oder Einkäufer fundiertes Fachwissen an die Hand zu geben, damit Sie in Ihrem Industrie-Onlineshop-Sortiment oder bei Ihrer Projektplanung die passenden Produkte auswählen.
Was versteht man unter „NH-Sicherungseinsatz“?
Der Begriff NH-Sicherungseinsatz (NH = „Niederspannungshochleistung“) bezeichnet einen Einsatz in einem Sicherungshalter oder Sicherungstrenner im Niederspannungsbereich, typischerweise bis 690 V AC. Die Bauformen entsprechen meist der Normenreihe IEC 60269‑2 beziehungsweise DIN VDE 0636‑201.
Typischerweise bestehen solche Sicherungseinsätze aus einem keramischen oder glasfaserverstärkten Gehäuse mit eingebauter Schmelze, die bei Überschreitung des Nennstroms oder bei Kurzschluss schmilzt und damit den Stromkreis unterbricht. Sie bilden damit ein wichtiges Sicherheitselement in der Stromverteilung.
Variante 1: Baugrößen und Systemgrößen von NH-Sicherungseinsätzen
Größen von NH – von 000 bis 3
NH-Sicherungseinsätze sind in verschiedenen Baugrößen erhältlich – häufig als Größe 000, 00, 0, 1, 2, 3. Diese Baugrößen korrespondieren mit unterschiedlichen Bemessungsströmen, Abmessungen und Einsatzbereichen. Beispielhaft führt ein Hersteller Daten auf: Größe 3 aM bis 500 A bei 690 V.
Einordnung in Planungs- und Bestellgrößen
Für einen Onlineshop-Katalog oder ein Ausschreibungssystem ist es wichtig, diese Größen korrekt zu beschriften – z. B. „NH00 gG 50 A“ oder „NH3 gG 400 A“. Insofern sollte eine klare Kommunikation erfolgen: Baugröße + Betriebsklasse + Nennstrom + Einsatzspannung.
Variante 2: Betriebsklassen und Auslösecharakteristiken
Die Betriebsklasse ist ein zentrales Auswahlkriterium: sie gibt an, wie schnell und unter welchen Bedingungen der Sicherungseinsatz auslöst.
Charakteristik gG (Allgemeiner Schutz)
„gG“ steht für All-zweck-/General-purpose-Sicherung, geeignet für Leiter- und Kabelschutz im gesamten Bereich – sowohl gegen Überlast als auch Kurzschluss. Zum Beispiel beschreibt eine Datenlage für NH-Einsätze aM: „Teilbereichs-Sicherungseinsätze zum Schutz von Motorstromkreisen“ mit Betriebsklasse aM für Motoren.
Charakteristik aM (Motor- bzw. Teilbereichsschutz)
Die Betriebsklasse „aM“ ist speziell für Schutz von Motorstromkreisen ausgelegt: hohe Kurzschlussstrombegrenzung, geringes thermisches Durchlassverhalten. Damit sind NH-Sicherungseinsätze aM ideal zur Absicherung von Motoren oder Motor-Starteranlagen.
Weitere Charakteristiken und semantische Varianten
Weitere Varianten wie „gR“, „aR“ oder spezifische Eigenschaften (z. B. „mit Kennmelder“, „Doppelkennmelder“, „für DC-Anwendung“) existieren je nach Hersteller. Ein Beispiel zeigt, dass NH-Sicherungseinsätze mit Doppelkennmelder verfügbar sind.
Für Ihren Online-Shop sollten Sie Keywords wie „NH Sicherungseinsatz gG“, „NH Sicherung aM Motor“, „NH Betriebsstrom 250 A“ oder „NH Sicherungsauslösung Charakteristik“ einsetzen. Diese Long-Tail-Keywords helfen bei der Sichtbarkeit.
Variante 3: Technik- und Einbau-Varianten
Sicherungshalter, Lasttrenner und Lastschaltleisten
Neben dem reinen Sicherungseinsatz gibt es passende Einbauelemente wie Sicherungshalter oder Lasttrenner. So bietet Rittal beispielsweise NH-Sicherungslasttrenner, die für bestimmte Sammelschienenabstände sowie für Abgänge oben/unten ausgelegt sind.
- Beachten Sie die Sammelschienen-Mittenabstände, z. B. 60 mm oder 100 mm bei Rittal-Systemen.
- Anschlussart: Schraub- oder Rahmenklemmen, Rundleiter bis z. B. 300 mm².
- Leitungsabgänge oben oder unten – je nach Konstruktion im Schaltschrank.
- Normen und Prüfgrundlagen: z. B. IEC/DIN EN 60947-3 für Schaltgeräte, IEC 60269-2-1 für Sicherungseinsätze.
Auslösecharakteristik im Detail – was bedeutet das konkret?
Um die Auslösecharakteristik eines NH-Sicherungseinsatzes zu verstehen, sind folgende technische Aspekte wichtig:
Zeit-Strom-Kennlinien
Die Kennlinie zeigt, wie lange ein Sicherungseinsatz bei Überstrom bzw. Kurzschluss braucht, um auszulösen. Herstellerangaben zeigen z. B. Werte für Schmelzzeit und Ausschalt-I²t. [
Ausschaltvermögen & Kurzschlussbegrenzung
Ein typisches Merkmal leistungsfähiger NH-Sicherungen ist das hohe Ausschaltvermögen – z. B. 80 kA bei 500 V AC laut Herstellerangabe.
Thermisches Durchlassverhalten und dynamische Beanspruchung
Insbesondere bei Motoranwendungen oder Netzteilen sind dynamische Belastungen relevant. Daher ist eine Auswahl der richtigen Betriebsklasse entscheidend (z. B. aM statt gG bei Motoren).
Praxisbeispiel zur Auslegung
Angenommen eine Motorstartergruppe hat einen Bemessungsstrom von 100 A und einen Anlaufstrom von dem etwa 6-fachen Wert. Ein Sicherungseinsatz mit Betriebsklasse aM wäre hier geeigneter als ein gG-Typ, da er die hohen dynamischen Ströme besser toleriert, bevor der Kurzschlussfall eintritt.
Einsatz von Rittal-Systemen und deren Vorteile
Rittal ist ein etablierter Hersteller im Bereich Schalt- und Verteiltechnik, insbesondere im Industrieumfeld. Beim Thema „NH-Sicherungseinsatz“ bzw. „NH-Sicherungslasttrenner“ bietet Rittal vielfältige Lösungen. Beispielsweise wird der NH-Sicherungslasttrenner der Serie SV 9343.310 mit Bemessungsstrom bis 630 A ausgewiesen.
Systemintegration & Modulbauweise
Rittal-Systeme erlauben eine einfache Integration von NH-Sicherungsbaugruppen in bestehende Sammelschienen- oder Verteileraufbauten. Vorteile sind unter anderem:
- Modulare Bauweise – z. B. Sammelschienensysteme mit definiertem Mittenabstand.
- Flexibilität bei Anschlussgrößen – z. B. bis 300 mm² Rundleiter.
- Einheitliche Normkonformität – Herstellerangaben gemäß IEC/DIN.
Praxisvorteile für Ihren Onlineshop
Wenn Sie NH-Sicherungseinsätze im Sortiment haben, kann die Ergänzung mit Systemen wie Rittal den Kunden einen deutlichen Mehrwert liefern – der Kunde kauft nicht nur eine Sicherung, sondern eine durchdachte Einbaulösung inklusive Lasttrenner, Sammelschiene, Berührungsschutz-Modul. Damit differenzieren Sie sich im Wettbewerb.
Auswahlkriterien für die richtige NH-Sicherungseinheit
Damit Sie im Onlineshop oder bei der Projektberatung fundiert agieren können, sind folgende Auswahlkriterien zentral:
- Nennstrom und Bemessungsspannung: Ermitteln Sie den tatsächlichen Betriebsstrom (In) sowie Spannung (z. B. 690 V AC) der Anlage.
- Betriebsklasse (gG, aM, …): Je nach Anwendung – Leitungen, Motoren, Transformatoren.
- Ausschaltvermögen & Kurzschlussbedingungen: Prüfen Sie, ob die Sicherung das erwartete Kurzschlussniveau im System abdecken kann (z. B. > 50 kA).
- Einbauumgebung / Anschlussart: Anpassung an Sammelschienenkonzept, Leiterquerschnitt, Trennfunktion (Lasttrenner) usw.
- Herstellerprofil & Systemlösung: Markenprodukte wie Rittal bieten oft modulare Lösungen mit Planungssicherheit – wichtig für Bestandskunden im Industrieumfeld.
Fazit
Die richtige Wahl eines NH-Sicherungseinsatzes ist mehr als die reine Auswahl eines Stromwertes: Baugröße, Auslösecharakteristik, Einbauumgebung und Systemunterbau (z. B. mit Rittal) sind entscheidend. Wenn Sie in Ihrem Onlineshop oder als Projektverantwortlicher diese Auswahlkriterien beachten, erhöhen Sie die Betriebssicherheit und schaffen gleichzeitig ein differenziertes Angebot. Nutzen Sie die dargestellten Varianten, Auslösecharakteristiken und Hinweise zur Systemintegration mit Rittal, um Ihren Kunden oder Ihrem Team fundierte Empfehlungen zu liefern.