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NH-Sicherungslasttrenner – die häufigsten 7 Fehler und wie Sie sie vermeiden von Rittal

Einleitung

NH-Sicherungslasttrenner sind unverzichtbare Komponenten in der industriellen Energieverteilung. Sie schützen Anlagen zuverlässig vor Überlast und Kurzschluss und ermöglichen ein sicheres Trennen unter Last. Doch trotz ihrer robusten Bauweise und hohen Qualität – insbesondere bei Modellen von Rittal – treten in der Praxis immer wieder Fehler auf, die zu Ausfällen, erhöhten Risiken oder sogar zu Anlagenschäden führen können. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die 7 häufigsten Fehler im Umgang mit NH-Sicherungslasttrennern und geben Ihnen praxisnahe Tipps, wie Sie diese vermeiden.

1. Fehler: Falsche Dimensionierung des NH-Sicherungslasttrenners

Der erste und häufigste Fehler ist die nicht passende Dimensionierung. Wenn Stromstärken, Sicherungsklassen oder Baugrößen nicht exakt auf die Anwendung abgestimmt sind, kann das zu gravierenden Problemen führen. Entweder löst die Sicherung zu früh aus – oder sie schützt im Ernstfall nicht ausreichend.

Typische Ursachen:

  • Fehlende Berechnung der Strombelastung im Vorfeld
  • Verwechslung von gG- und aM-Sicherungen
  • Ungeeignete Baugröße (z. B. NH000 statt NH1)

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Berechnen Sie den Bemessungsstrom (In) der Anlage nach DIN VDE 0102 und passen Sie den NH-Trenner exakt daran an.
  • Verwenden Sie bei Rittal nur freigegebene Kombinationen aus Lasttrenner und Sicherungseinsatz.
  • Bei Motorabgängen bevorzugt aM-Sicherungen einsetzen, bei allgemeinen Abgängen gG-Sicherungen.

2. Fehler: Unzureichende Verdrahtung und falsche Leiteranschlüsse

Eine fehlerhafte oder unsachgemäße Verdrahtung gehört zu den gefährlichsten Fehlern. Sie kann zu Erwärmung, Kontaktverlust oder Lichtbögen führen. Besonders kritisch ist dies bei Hochstromverteilungen.

Typische Ursachen:

  • Lose Klemmenverbindungen durch fehlende Kontrolle des Drehmoments
  • Falsche Leiterquerschnitte
  • Ungeeignete Aderendhülsen oder Kabelschuhe

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Verwenden Sie immer das vom Hersteller angegebene Drehmoment für Klemmen (siehe Rittal-Datenblatt).
  • Nutzen Sie geeignete Leiterquerschnitte und Kabelschuhe nach VDE 0298.
  • Führen Sie eine mechanische und elektrische Prüfung nach der Installation durch.

3. Fehler: Falsche Auswahl der Sicherungseinsätze

Ein häufiger Irrtum besteht darin, NH-Sicherungseinsätze unterschiedlicher Klassen oder Hersteller zu kombinieren. Doch nicht jede Sicherung passt zu jedem Lasttrenner. Falsche Kombinationen gefährden die Selektivität und Betriebssicherheit.

Typische Ursachen:

  • Verwendung von Sicherungen unterschiedlicher Klassen (gG, gL, aM, gTr)
  • Mischung verschiedener Hersteller ohne Freigabe
  • Falsche Baugröße oder zu hoher Nennstrom

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Setzen Sie ausschließlich Rittal-geprüfte NH-Sicherungseinsätze ein.
  • Überprüfen Sie die Typenkompatibilität (NH000 bis NH3) vor dem Einbau.
  • Vermeiden Sie Hersteller-Mischungen ohne nachgewiesene Verträglichkeit.

4. Fehler: Fehlender oder unzureichender Berührungsschutz

Der Berührungsschutz ist ein oft unterschätztes Sicherheitsmerkmal. Gerade im Schaltschrankbau kommt es immer wieder vor, dass Abdeckungen oder Schutzblenden nicht korrekt angebracht oder nach Wartungsarbeiten vergessen werden.

Typische Ursachen:

  • Fehlende Fingerschutzabdeckungen nach Wartung
  • Selbstgebaute Abdeckungen statt Originalzubehör
  • Unzureichende Trennabstände bei Sammelschienenmontage

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Verwenden Sie ausschließlich die von Rittal zugelassenen Abdecksysteme.
  • Führen Sie nach jeder Wartung eine Sichtprüfung des Berührungsschutzes durch.
  • Dokumentieren Sie die Prüfung im Wartungsprotokoll.

5. Fehler: Fehlende oder falsche Isolationsprüfung

Nach der Installation oder nach Änderungen in der Verdrahtung muss eine Isolationsmessung durchgeführt werden. Wird diese unterlassen oder unsachgemäß ausgeführt, können Fehler im System unentdeckt bleiben.

Typische Ursachen:

  • Verzicht auf die Prüfung aus Zeitmangel
  • Falsche Messspannung (z. B. zu niedrig gewählt)
  • Fehlende Dokumentation der Ergebnisse

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Führen Sie die Isolationsprüfung mit 500 V DC gemäß VDE 0100-600 durch.
  • Protokollieren Sie Messwerte und Prüfdatum.
  • Wiederholen Sie die Prüfung nach jeder wesentlichen Änderung der Anlage.

6. Fehler: Unzureichende Wartung und Reinigung

Auch ein korrekt installierter NH-Sicherungslasttrenner benötigt regelmäßige Wartung. Staub, Feuchtigkeit oder Temperaturbelastungen können mit der Zeit zu Kontaktproblemen und erhöhtem Übergangswiderstand führen.

Typische Ursachen:

  • Wartungsintervalle werden nicht eingehalten
  • Kontaktflächen oxidiert oder verschmutzt
  • Fehlerhafte Nachzugsprüfung der Klemmen

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Führen Sie jährliche Sicht- und Drehmomentprüfungen durch.
  • Reinigen Sie Kontakte mit einem fusselfreien, trockenen Tuch – niemals mit Schmiermitteln.
  • Überwachen Sie die Betriebstemperatur der Anlage regelmäßig.

7. Fehler: Fehlende Dokumentation und Nachverfolgung

Die Dokumentation wird in vielen Projekten vernachlässigt – dabei ist sie für die Nachverfolgung und spätere Wartung unverzichtbar. Ohne genaue Angaben zu Verdrahtung, Sicherungswerten und Prüfprotokollen sind spätere Eingriffe fehleranfällig.

Typische Ursachen:

  • Unvollständige oder veraltete Schaltpläne
  • Fehlende Prüfprotokolle nach Inbetriebnahme
  • Keine Kennzeichnung der Leitungen und Abgänge

So vermeiden Sie den Fehler:

  • Erstellen Sie ein vollständiges Anlagenhandbuch inklusive Prüfprotokolle.
  • Führen Sie eine klare Kennzeichnung aller Abgänge und Sicherungen durch.
  • Aktualisieren Sie Ihre Dokumentation bei jeder Änderung oder Wartung.

Bonus-Tipp: Schulung des Fachpersonals

Ein oft übersehener, aber entscheidender Punkt ist die Schulung des Fachpersonals. Auch der beste NH-Sicherungslasttrenner von Rittal funktioniert nur so gut, wie er installiert und bedient wird. Regelmäßige Weiterbildung reduziert Fehlerquoten und erhöht die Betriebssicherheit.

  • Schulen Sie Monteure und Instandhalter regelmäßig in Verdrahtung, Prüfung und Wartung.
  • Nutzen Sie interne Audits, um die Einhaltung der Standards zu überprüfen.
  • Erstellen Sie Checklisten für Installations- und Prüfprozesse.

Fazit

Die Vermeidung von typischen Fehlern bei NH-Sicherungslasttrennern ist entscheidend für die Betriebssicherheit Ihrer Anlage. Mit Produkten von Rittal setzen Sie auf geprüfte Qualität – doch nur eine fachgerechte Installation, Prüfung und Wartung garantiert langfristige Zuverlässigkeit. Wenn Sie die hier beschriebenen sieben Fehler konsequent vermeiden, reduzieren Sie nicht nur Ausfallrisiken, sondern erhöhen auch die Energieeffizienz und Lebensdauer Ihrer elektrischen Infrastruktur.

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