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Selektiver Hauptleitungsschutzschalter (SLS): Auswahl & Dimensionierung in der Praxis (inkl. Selektivität) von Hager

In industriellen und gewerblichen Elektroinstallationen ist der Einsatz eines selektiven Hauptleitungsschutzschalters (SLS) ein bewährtes Mittel, um Sicherheit und Systemverfügbarkeit zu maximieren. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen konkret, wie Sie einen Hager SLS korrekt auswählen, dimensionieren und hinsichtlich der Selektivität mit nachgeschalteten Schutzorganen abstimmen.

Grundlagen: Was ist ein selektiver Hauptleitungsschutzschalter (SLS)?

Ein selektiver Hauptleitungsschutzschalter – oft kurz SLS (auch SH-Schalter, SHU) genannt – ist ein spezieller Leitungsschutzschalter, der so ausgelegt ist, dass er mit vorgeschalteten und nachgeschalteten Schutzgeräten koordiniert arbeitet. Ziel ist, im Fehlerfall nur den minimal notwendigen Abschnitt abzuschalten und den Rest der Anlage aktiv zu halten. (Siehe auch: Begriff Selektiver Leitungsschutzschalter) [oai_citation:0‡Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Selektiver_Leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Technisch besitzt ein SLS gegenüber üblichen Leitungsschutzschaltern ein verzögertes Auslöseverhalten, insbesondere in der magnetischen Abschaltung bei Kurzschlüssen, damit nachgeordnete Schutzeinrichtungen zuerst ansprechen können. Gleichzeitig begrenzt er den Kurzschlussstrom durch eine strombegrenzende Zwischenstufe. [oai_citation:1‡Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Selektiver_Leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Normative Anforderungen & gesetzliche Rahmenbedingungen

VDE-Normen und Hager-Richtlinien

Hager führt in seinem Katalog explizit SLS-Schalter, die für den Vorzählerbereich (Netzanschlussraum) geeignet sind und die Anforderungen an Sperr- und Plombierbarkeit erfüllen. [oai_citation:2‡Hager](https://hager.com/de/katalog/schalt-und-schutzgeraete/selektive-hauptleitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

In den technischen Ausführungen nennt Hager das Auslöseband der E-Charakteristik (1,05 – 1,2 × In thermisch, 5 – 6,25 × In magnetisch) entsprechend den Vorgaben der DIN VDE 0641-21 bzw. den SLS-Spezifikationen. [oai_citation:3‡Hager Elektro-Partner](https://www.hager.de/files/download/0/24101266_1/0/DE_20DE0001_TECHNIK_SLS.PDF?utm_source=chatgpt.com)

Vorgaben von Netzbetreibern & TAB / VDE-AR-N 4100

In vielen Fällen fordern Netzbetreiber in ihren technischen Anschlussbedingungen (TAB) eine selektive Schutz- und Trennvorrichtung vor dem Zähler. Der SLS muss dabei oft laienbedienbar sowie sperr- und plombierbar sein. [oai_citation:4‡Hager](https://hager.com/de/wissen/e-volution/produktwissen/selektive-hauptleitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Gemäß VDE-AR-N 4100 bzw. in Anwendungsregeln wird verlangt, dass im Anschlussraum eine zentrale Überstromschutzvorrichtung laienbedienbar ausgeführt wird und die Selektivität mit den nachfolgenden Schutzorganen gewährleistet ist. [oai_citation:5‡Hager](https://hager.com/de/wissen/e-volution/produktwissen/selektive-hauptleitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

Auswahl & Dimensionierung eines Hager SLS in der Praxis

Um den passenden Hager SLS auszuwählen und korrekt zu dimensionieren, empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen in mehreren Schritten:

1. Ermitteln des zulässigen Anschlussstroms / Vorsicherung

Ihr Netzbetreiber definiert, welcher maximale Anschlussstrom im Hausanschluss erlaubt ist (z. B. 3 × 35 A, 3 × 50 A, 3 × 63 A oder sogar mehr). Diese Größe limitiert den maximal zulässigen Nennstrom des SLS.

2. Wahl des Bemessungsstroms (In) des SLS

  • Der Nennstrom des SLS darf nicht höher sein als der genehmigte Wert durch den Netzbetreiber.
  • Typische Größen bei Hager reichen von z. B. 16 A, 20 A, 35 A bis 50 A und 63 A. (Beispiel: Hager HTS350E – 3-poliger E-SLS mit 50 A, Sammelschienenmontage) [oai_citation:6‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts350e-sls-schalter-3p-e-50a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)
  • Auch kleinere Ströme – etwa 16 A – sind im Hager-Portfolio verfügbar, z. B. HTS316E. [oai_citation:7‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts316e-sls-schalter-3p-e-16a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)
  • Für höhere Stromstärken ist der Hager HTS363E mit 63 A ein relevanter Kandidat. [oai_citation:8‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts363e-sls-schalter-3p-e-63a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)

3. Auslösecharakteristik & Kennlinien – Fokus auf E oder Cs

Hager verwendet für SLS typischerweise die Auslösecharakteristik E (Exakt). Diese bietet enge thermische Auslösegrenzen (1,05–1,2 × In) und eine magnetische Abschaltung bei 5–6,25 × In, was die Koordination mit nachfolgenden LS-Schaltern erleichtert. [oai_citation:9‡Hager Elektro-Partner](https://www.hager.de/files/download/0/24101266_1/0/DE_20DE0001_TECHNIK_SLS.PDF?utm_source=chatgpt.com)

Darüber hinaus bietet Hager auch die Charakteristik Cs an (eine Variante, speziell bei höheren Einschaltströmen oder Motorlasten). In der Praxis darf Cs nur dann verwendet werden, wenn die nachfolgenden Schutzorgane dies zulassen. [oai_citation:10‡Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Selektiver_Leitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

4. Kurzschlussfestigkeit / Abschaltvermögen sicherstellen

Der SLS muss in der Lage sein, den möglichen Kurzschlussstrom im Netzanschlussbereich zu tragen. Die Abschaltwerte (z. B. 25 kA oder höher) müssen aus den technischen Unterlagen entnehmbar sein. Beispiel: Der Hager HTS350E bietet 25 kA Abschaltvermögen bei 50 A Nennstrom. [oai_citation:11‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts350e-sls-schalter-3p-e-50a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)

5. Koordination & Selektivität zu nachgeschalteten LS-Schaltern

Eine der zentralen Anforderungen an einen SLS ist die *Selektivität* – also das gezielte Abschalten nur des betroffenen Teilstromkreises im Fehlerfall. Zwei wesentliche Selektivitätsstrategien existieren:

  • Stromselektivität: Die Nennströme von SLS und nachfolgendem LS sind abgestuft, sodass der LS bei Überlast bzw. Kurzschluss zuerst anspricht.
  • Zeitselektivität: Der SLS löst verzögert (empfindlich, aber langsam) aus, sodass der nachfolgende LS die höhere Priorität hat. Durch die E-Charakteristik von Hager wird diese zeitliche Abstimmung unterstützt. [oai_citation:12‡Hager](https://hager.com/de/wissen/e-volution/produktwissen/selektive-hauptleitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)

In der Praxis heißt das: Der SLS wird so ausgelegt, dass sein magnetisches Auslösespektrum oberhalb der Auslöseschwelle der nachfolgenden LS liegt, aber bei starkem Fehlerstrom trotzdem wirksam ist.

6. Einbau, Montage und Installation – spezifisch für Hager

Beim Einsatz von Hager-SLS-Schaltern sind einige Besonderheiten zu beachten:

  • Montageart: Hager bietet SLS sowohl für Sammelschienenmontage (QuickConnect) als auch – in manchen Varianten – für Hutschienenmontage. [oai_citation:13‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts316e-sls-schalter-3p-e-16a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)
  • Sperr- und Plombierbarkeit: Hager SLS-Schalter sind in der Regel sperr- und plombierbar ausgeführt, um Anforderungen von Netzbetreibern zu erfüllen. [oai_citation:14‡Hager](https://hager.com/de/katalog/schalt-und-schutzgeraete/selektive-hauptleitungsschutzschalter?utm_source=chatgpt.com)
  • Wiedereinschaltsperre / Verschlussmechanismen: Optionales Zubehör wie Wiedereinschaltsperren oder Multifunktionsverschlüsse kann integriert werden. [oai_citation:15‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts316e-sls-schalter-3p-e-16a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)
  • Thermische Umgebung und Einbaubedingungen: Die Umgebungstemperatur, Belüftung und Kabelführung beeinflussen das Auslöseverhalten. Eine sachgerechte Planung im Schaltschrank ist unerlässlich.

Praxisfälle & Anwendungsszenarien

Beispiel A: Hausanschluss mit genehmigten 3 × 35 A

Angenommen, Ihr Netzbetreiber genehmigt einen Anschluss mit 3 × 35 A. Ein 3-poliger Hager-SLS mit 35 A (Charakteristik E) ist die logische Wahl. In der Unterverteilung verwenden Sie z. B. LS-Schalter mit 16 A und 10 A. Im Fehlerfall löst der betroffene LS aus, während der SLS verzögert bleibt – dank zeitlicher Selektivität.

Beispiel B: Hochleistung mit 3 × 63 A

Wenn eine Leistung bis zu 3 × 63 A zulässig ist, kann der Hager SLS HTS363E (63 A, E-Charakteristik) zum Einsatz kommen. In der nachgelagerten Verteilung könnten 50 A bzw. 32 A LS-Schalter verwendet werden – sofern die Auslösekennlinien nicht überlappen. [oai_citation:16‡Hager](https://hager.com/de/katalog/produkt/hts363e-sls-schalter-3p-e-63a-sammelschiene-qc?utm_source=chatgpt.com)

Typische Fehlerquellen & Stolperfallen

  • Zu hoher SLS-Nennstrom (z. B. 63 A, obwohl nur 35 A genehmigt) kann Konflikte mit dem Netzbetreiber erzeugen.
  • Unpassende Kombination von LS hintereinander: Auch wenn unterschiedlich dimensioniert, ist nicht zwingend Selektivität gegeben, besonders im Kurzschlussbereich.
  • Thermische Einflüsse im Schaltschrank können Auslösegrenzen verschieben.
  • Keine Berücksichtigung des Ausschaltvermögens: Ein SLS mit zu geringem Abschaltvermögen kann bei hohen Kurzschlussströmen versagen.
  • Fehlerhafte Sperrungs- oder Plombierbarkeit: Netzbetreiber verlangen häufig diese Funktionalität für den Anschlussraum.

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Fazit & Ausblick

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